Gesellschaft und Frauen

Frauen in der Gesellschaft. Wir werden mit Argusaugen beobachtet, unsere Fehler werden großgeschrieben, unser Scheitern wird belächelt. Nur leider geschieht das nicht nur vom uns allzu bekannten Patriachat, sondern wir Frauen untereinander behandeln uns auch nicht viel besser. Statt uns gegenseitig zu supporten und uns Mut zuzusprechen, werden unsere Entscheidungen meist durch systematische Verunsicherung unsererseits niedergemacht. Dies kann beispielsweise bei kleineren Entscheidungen geschehen bis hin zu unseren beruflichen Entscheidungen. Zum Beispiel wurde mir von sehr guten Freundinnen dazu geraten, mein Studium nicht zu beginnen, denn ich schaffe das ja sowieso nicht und es wäre ja nichts für mich. Ende vom Lied: Ich habe mein Wunschstudium begonnen und bin nicht gescheitert. 

Wieso tun wir Frauen uns gegenseitig das an? Wieso können wir uns nicht in unseren Entscheidungen unterstützen? 

Ein weiteres ziemlich kritisches Thema ist sog. „Slut-Shaming“ unter uns Frauen. Während Männer sich abklatschen, wenn sie mehrere Geschlechtspartnerinnen haben, werden wir Frauen dafür als Schlampe beleidigt. Dies geschieht nicht nur von Männern, sondern insbesondere auch von Frauen gegenüber anderen Frauen. Aber wieso? Kann uns doch persönlich egal sein, ob man mehrere Geschlechtspartner hat bzw. hatte oder auch im Gegensatz dazu keinen. Wir sollten uns eher unterstützen, wenn man sich dazu entscheidet seine Sexualität frei auszuleben, wie man es selbst will. Wenn wechselnde Männer oder auch Frauen dazugehören, weil man sich ausprobieren möchte, sollte dies allgemein akzeptiert werden ohne eine schlüpfrige, kritisierende Augenbraue, Getratsche hinter dem Rücken usw. Im Gegenteil: Wir sollten uns gegenseitig so feiern, wie Männer sich feiern. Man ist keine Schlampe, Bitch, Hure oder sonstiges, wenn man sexuell selbstbestimmt handelt! 

Im Gegensatz zu dem Thema der wechselnden Geschlechtspartner sollte man auch andere nicht als frigide bezeichnen, wenn eine Frau sich dagegen entscheidet. Zum Beispiel, wenn man mit Sex mit anderen Menschen warten möchte oder sich eben Zeit lässt, wenn Sex und sexuelle Erfahrungen nicht an erster Stelle im Leben stehen. Man muss nicht das wollen, was andere wollen. Zudem sollten wir uns gegenseitig nicht unter Druck setzen, was dieses Thema angeht. Jeder so wie er möchte und wenn man sich als Frau dazu entscheidet keinen Sex zu haben, sollte dies Allgemein, aber vor allem unter Frauen akzeptiert werden. Man ist nicht frigide, weil man selbstbestimmt lebt.

Auch ein heikles Thema ist das Komplimentieren anderer Frauen und das eigene herabsetzen. Mir persönlich ist öfters aufgefallen, dass wir unseren Freundinnen häufig Komplimente machen und im selben Atemzug uns selbst herabsetzen. Aber wieso? Was haben wir davon? Wir sollten uns doch lieber an dem Glück unserer Freundin erfreuen und nicht selbst nach Bestätigung suchen.Frauen sollten sich gegenseitig mehr stärken, damit wir selbstbestimmt durchs Leben gehen können. Wir sollten uns mehr unterstützen, um gemeinsam gegen die Unterdrückung durch das Patriachat angehen zu können. Damit es nicht mehr nur das eine Gesellschaftsbild der perfekten Frau gibt, sondern jede Frau als die perfekte Frau in der Gesellschaft anerkannt wird. Damit Mann und Frau keine Angst mehr vor einer selbstbestimmten starken Frau mehr haben, die nicht nach dem vorgeschriebenen Strebt.

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